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Schloss Schellenstein

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Schloss Schellenstein Eingangsbereich

Lage[Bearbeiten | edit source]

Schloss Schellenstein steht an einem Platz, der in grauer Vorzeit erhebliche strategische Bedeutung gehabt haben muss. Kommt man nämlich vom Westen die Ruhr herauf, muss man bei Schellenstein zwischen dem Berg ,,Hagen" und dem ,,Losenberg" durch einen Engpass, der sozusagen das Tor zum Sauerland ist. Im Gegensatz zu Fluchtburgen, die in der Regel auf hohen, steilen Bergen lagen und somit leicht zu verteidigen waren, ist dem bei den Burgen des 8. bis 10. Jahrhunderts nicht so. Sie liegen, genau wie in diesem Fall auch Schloß Schellenstein, auf niedrigen Felsspornen und sind mit wichtigen Strassenzügen verbunden. Man beherrschte hierdurch die Straßen und strategisch wichtige Plätze. Dies diente damit indirekt der Beherrschung des ganzen Landes. Der Kölner Erzbischof Engelbert I. zog ca. 1222 Schellenstein mit in den Sperrgürtel von Burgen und befestigten Städten gegen Paderborn ein. So scheint es als ob Schellenstein ein Haupthof eines Königshofes gewesen ist, der als Waffenplatz oder Zwischenstation zwischen den Hauptburgen an der den Rhein mit der Weser verbindenden Ruhr-Diemel-Strasse diente.

Namensherkunft[Bearbeiten | edit source]

Der Name Schellenstein wird abgeleitet von: lateinisch scala = die Treppe, Fels in Stromschnellen. Stein ist im altgermanischen die Bezeichnung für ,,Fels". Das Wort ist aus ,,dion" = ,,dein" entstanden und durch Vorsetzen eines ,,S" bedeutet es auch Burg. So kommt man zur begründeten Erklärung: ,,Schellenstein" = ein von der Ruhr umspülter Fels, auf dem eine Burg gebaut wurde.

Historie und mutmaßliche Besitzer[Bearbeiten | edit source]

1183 Gerardus de Bigge

1270 Schloss Schellenstein wird im Vermögensverzeichnis der Pfarrei St. Martinus zu Bigge erwähnt.

1338 Sweffhere de Bya

1370 Wylhelm dey Crane von Byghe

1441 Rost zu Swedinchusen

1462 Goddert Wrede

1495 Anton Wrede

1538 Johan Wrede zum Schellenstein

1570 Rembert Wrede zum Schellenstein

1609 Rembert Wrede zum Schellenstein d.J.

1658 Anna Eva Maria de Wrede heiratet 1664 Otto Friedrich von Padberg

1701 Anna Elisabeth von Padberg heiratet Johann Georg Hartmann Jett von Müntzenberg, der damit Schlossherr auf Schellenstein wird. Johann Georg Hartmann Jett von Müntzenberg (30.05.1666 - 1730) war kurkölnischer Kammerherr, Stallmeister und General Adjutant. Die Belehnung erfolgte am 18. November 1701

1708 (16. März) Münzenberg bittet um die Erlaubnis Schellenstein an den Domscholaster Jobst Edmund von Brabeck verkaufen zu dürfen

1708 (13. April)  Vertrag zwischen dem Domscholaster Jobst Edmund von Brabeck und Hermann Friedrich von Pietz über das adelige Gut Schellenstein im Kirchspiel Bigge (Hömberg 5 S.36)

1718 Jobst Edmund von Brabeck wird als Besitzer urkundlich erwähnt

1819 Philippine Sophie Maria von Brabeck heiratet Andreas Graf von Stolberg - Stolberg

1823 Andreas Graf von Stolberg - Stolberg verkauft Schloss Schellenstein für 20 100 Thaler an

1838 Freiherr Franz Wilhelm von Wendt-Papenhausen zu Gevelinghausen

1823 Friedrich Wilhelm III., König von Preußen, erteilte erneut den Lehensbrief über das Lehngut Schellenstein. Schellenstein war vermutlich bereits ab 1180 kurkölnisches Lehen. Im Verlauf der napoleonischen Kriege kam das kurkölnische Herzogtum Westfalen an das Herzogtum Hessen-Darmstadt. Nach dem Wiener Kongress fiel 1815 das ehemalige kurkölnisches Westfalen an Preußen. Darum erteilte 1823 der König von Preußen erneut den Lehensbrief für Schellenstein.

1846 wurde das Schloss als Landtagssitz und gleichzeitig als Rittergutsbesitz für Bigge anerkannt.

1904 wurde auf Schloss Schellenstein die Josefs-Gesellschaft gegründet. Dies war die erste Gründung einer Körperbehinderteneinrichtung auf Seiten der katholischen Kirche. Ziel und Zweck waren Ausbildung mit orthopädischen Ansätzen und später auch Betreuung von Behinderten. Das aus dieser Gründung entstandene Josefsheim (im heutigen Ortsteil Bigge) hat heute noch einen wichtigen wirtschaftlichen, wie auch sozialen Anteil am Bigger Leben. Die Gesellschaft fungiert mittlerweile auch deutschlandweit in vielen anderen Häusern.

1945 Nach dem 2. Weltkrieg diente das Schloss in Not geratenen Familien, den Ausgebombten aus dem Ruhrgebiet, sowie den Flüchtlingen aus Deutschlands Osten Asyl.

1965 wurde Schellenstein von Karl-Josef von Wendt-Papenhausen zu Gevelinghausen an die Gemeinde Bigge verkauft.

1979 erwarb schließlich Karl Ames aus Rösenbeck das Schloss samt aller Nebengebäude. Er ließ die gesamten Gebäude grundlegend renovieren, restaurieren und umbauen. Das Schloss trug folgend den Namen ,,Sauerländer Wohn- und Ferienpark Schloss Schellenstein". im Jahre 1980 wurde das Dach neu mit Schiefer eingedeckt.

1983 musste das Schloss aufgrund der immensen Renovierungskosten von Karl Ames abgestoßen werden und wurde an eine GbR verkauft. Diese bestand aus 23 Personen, meist ortsansässige Investoren. Die GbR renovierte das Schloss und seine Nebengebäude weiter und entwickelte aus dem Hauptgebäude ein Schlosshotel. Das Konzept ,,Hotel" scheiterte, da das Haupthaus zu wenige, zu große Zimmer besaß.

Bildergalerie[Bearbeiten | edit source]

Weblinks[Bearbeiten | edit source]

Quellen[Bearbeiten | edit source]

  • Albert Hömberg: Geschichtliche Nachrichten über Adelssitze und Rittergüter um Gerzogtum Westfalen und ihre Besitzer, Münster 1972, S. 28 - 37
Schloss Schellenstein