Briloner Eisenberg

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Eisenberg von der Roten Brücke aus gesehen
Eisenberg von der Roten Brücke aus gesehen

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geologie

Die auf dem Nordwestflügel des "Ostsauerländer Hauptsattels" gelegene Grube "Briloner Eisenberg" gehört zum "Sauerländer Eisenerzbezirk", welcher sich auf der Fläche Olsberg-Marsberg-Adorf erstreckt. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe einer großen Bruchlinie, der "Altenbürener Störung", und ist die westlichste einer Vielzahl von Gruben, deren Gestein an den Hauptgrünsteinzug gebunden und durch Vulkanismus des oberen Mitteldevon vor ca. 375 Mio. Jahre entstanden ist. Die Mächtigkeit der Eisensteinmittel schwankt zwischen 1 und 20 m (durchschnittlich 5 – 6 m), die West-Ost-Ausdehnung beträgt bis zu 800 m. Das Gestein enthält dabei bis zu beachtlichen 35 % Eisen (Fe). Die Abbauwürdigkeit der Erzmittel nimmt von Westen nach Osten zu, da im westlichen Teil kieselige und im östlichen kalkige Eisenerze vorherrschen.

[Bearbeiten] Geschichte

Die bergmännische Ausbeutung begann auf dem Gipfelkamm des 606 m hohen "Briloner Eisenberges" im Tagebau, vermutlich schon in vorchristlicher Zeit.
In muldenartigen Löchern den sogenannten Pingen wurde das Erz abgebaut. Erstmalig erwähnt wird der "Briloner Eisenberg" im Jahre 1350. Das geförderte Erz wurde zunächst in der Nähe des Fundortes in sogenannten Rennöfen verhüttet. Später verlagerte man die Erzverarbeitung in die Täler.
Dem Pingen-Abbau auf den Höhen folgte die Förderung durch kleinere Schächte, bei denen das Eisenerz mittels Haspeln in Körben an die Oberfläche gebracht wurde. Danach wurden dann Stollen in den Berg vorangetrieben.

Am Südhang des "Briloner Eisenberges" wurden im 18. Jahrhundert insgesamt 4 Stollen aufgefahren, die eine bessere Förderung ermöglichten.

Kirschbaumstollen: 1716 – 1723
Allerheiligen-Stollen: 1732 – 1739
Philipp-Stollen: 1749 – 1754
Max-Stollen: 1780 – 1794

Der alte Stollen (Saalborner Stöllchen) scheint nach der Öffnung durch Mitarbeiter des  Bergbaumuseums Bochum aus dem 17. Jahrhundert zu stammen.


Durch diese horizontalen Strecken gelangten die Bergleute wesentlich besser an die mächtigen Erzlinsen im Innern des Berges. Als Gewerken (= Betreiber) der Stollen waren Unternehmer- und Kaufmannsfamilien aus Brilon und Olsberg seit dem 16. Jahrhundert aktiv.


1818 wird durch das preussische Oberbergamt der Konsolidierung aller Gruben auf dm Eisenberg zugestimmt. Es entsteht die Gewerkschaft Briloner Eisenberg, der auch die Olsberger Hütte und die Hoppecker Hütte angehört. Es erfolgt eine Aufteilung der Anteile in 128 Kuxen.

Die Aufteilung der Kuxen war wie folgt:


Am 23.06.1879 ist die verteilung der Kuxen wie folgt:


Nach der Blütezeit Ende des 19. Jahrhunderts gingen die Förderzahlen zurück, obwohl noch Vorräte vorhanden waren.

Am 31. Juli 1916 meldet der Betriebsführer Wilhelm Müller aus Altenbüren an das Königlich Preussische Bergrevier in Arnsberg, dass am 15. Juli 1916 der Grubenbetrieb der Grube Briloner Eisenberg eingestellt wurde. Er meldete weiterhin, dass noch 3 Mann beschäftigt beschäftigt waren und zwei Mann noch weitere 19 Tage mit dem Abbau der Maschinen beschäftigt sind. Er selbst sei zum 01. August 1916 zum Militär eingezogen.


Nach dem 1. Weltkrieg scheint die Förderung wieder aufgenommen worden zu sein. Die Abbaurechte scheinen auf Firma Friedrich Michel aus Hagen übergegangen zu sein. So meldete er am 24. Januar 1924 an das Königlich Preussische Bergrevier in Arnsberg, dass er am 15. Januar den Betrieb auf Grube Briloner Eisenberg eingestellt hätte. Eine Wiederaufnahme des Betriebes erfolgte durch Meldung von Friedrich Michel an das Bergrevier am 10. August 1924. Es wurde gemeldet, dass 3 Arbeiter unter Leitung von Wilhelm Müller aus Altenbüren beschäftigt sind. Der Betrieb scheint allerdings nicht lange aufrecht erhalten worden zu sein.


[Bearbeiten] Die Stollen am Eisenberg als Winterquartier für Fledermäuse

Die Stollen am Eisenberg sind ein bedeutendes Winterquartier für Fledermäuse. Bisher wurden beobachtet:  Großes Mausohr, Kleine- / Große- Bartfledermaus, TeichfledermausNordfledermaus, Wasserfledermaus,  FransenfledermausLangohr  

Die  Zählungen erfolgen reglmässig durch die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Sauerland e.V.



[Bearbeiten] Alte Beschreibungen 


[Bearbeiten] Auszug aus: Kurze Beschreibung des Herzogthums Westphalen in geognostischer, berg- und hüttenmännischer Hinsicht von Bergmeister Buff, Eslohe 1816

Briloner Eisenberg

Diese Gruben liegen zwischen Olsberg und Brilon, bauen nach einem im Mandelstein vorkommenden Rotheisensteinlager, welches 2 bis 4 Lachter mächtig, in den 6. Stunde streicht und mit 75 Grad in Mittag fällt. Dieses Lager ist dem Streichen nach über 1/4 Stunde bekannt und gehört wegen der Menge und Güte seines Steins zu denen reichsten Eisensteinsgruben.

Die Alten haben durch Schächte und Tagebau auf demselben bis zu einer Teufe von 30 Lachter gebaut, welche Arbeiten zu Bruche sind und noch vielen Stein enthalten, der aber der Gefahr wegen nicht gut zu gewinnen ist.

Um diese alte Bauer [Bauten] zu untersuchen, unschädlich zu machen und frisches Feld aufzusuchen, sind von dem mittägigen Abhang drei Stollen auf das Lager aufgefahren. Der erste, alte Stollen ist 1722 angefangen und in 92 Lachter durchschlägig geworden (Anm.: hier ist wohl der Allerheiligenstollen gemeint), er ist irregulär 5–6 Fuß hoch und mit öfteren wechselnder Stunde getrieben.

Der zweite, der Kirschbaumer Stollen oder neue Stollen, liegt einige 100 Lachter mehr westlich, hat 9 Lachter mehr Teufe als der alte Stollen und wurde im Jahr 1766 angefangen. Er ist schlecht und von 80 Lachter mit starken Ansteigen der Sohle und Firste betrieben.

Der dritte, Maxstollen, ist im Jahre 1780 angefangen und 1793 im 142 Lachter auf dem Lager durchschlägig geworden; er ist auf Stunde 12 rechtwinklich auf das Lager aufgefahren, ist ein Lachter hoch und bringt unter dem Kirschbaumer Stollen 14 Lachter Teufe ein. Er ist der östliche und ganz im frischen Felde.

Außer diesen drei fahrbaren Stollen ist auch ein vierter (Anm.: der Philippstollen), der aber vom Mundloch an mehrere Lachter zu Bruche ist. Dieser liegt ganz westlich am Fuß des Berges und bringt unter dem Maxstollen 24 Lachter Teufe ein. Er soll 140 Lachter zu Felde getrieben sein und ist verlassen worden, weil die Gewerken glauben, das Lager setze nicht bis zu dieser Teufe nieder und das Feldort stehe im Liegenden. Da aber der Maxstollen 142 Lachter lang ist, dieser demselben vor liegt, so steht sein Feldort wahrscheinlich noch vom Lager ab im Hangenden und ist sein Betrieb für die Zukunft von Wichtigkeit.

Unter diesem tiefsten Stollen kann noch ein Grundstollen mit 20–30 Lachter Teufe eingebracht werden.

Mit dem alten und Kirschbaumer Stollen ist das Lager schon stark abgebaut und an mehreren Punkten mit dem Alten Mann durchschlägig. Mit dem Maxstollen ist das Lager im frischen Felde angehauen und nach Osten und Westen sind Feldörter getrieben.

Mit dem Auffahren auf dem Lager ist zugleich der Abbau verbunden, indem derselbe durch Stuckwerksbau geschieht. Jede Kammer ist 10-12 Lachter lang, 4-5 Lachter hoch und gewölbter First, die Etagen sind durch die Firstengewölbe von 1 bis 1 1/2 Lachter Stärke getrennt, welche so wie die Bergfesten zur Unterstützung der Gruben dienen.

Dieser Abbau kostet wenig Holz, es bleibt aber vieles Eisenstein, öfters der beste, zur Erhaltung der Grube als bergfest stehen. Um dieses zu gewinnen, kann in Zukunft auf denen oberen Stollens ein Bruchbau eingeführt werden, wodurch auch zugleich von dem Stein in denen Arbeiten genommen werden könnte.

Die Gewinnung geschieht durch Bohrarbeit und wird alles aus dem Ganzen geschossen. Die Förderung geschieht durch Hunde. Die jetzige jährliche Förderung beträgt 25.000 Fuder, könnte aber mit Nachhaltigkeit zu dem vier- und fünffachen vermehrt werden.


[Bearbeiten] Grubenpläne aus dem 19. und 20 Jahrhundert

[Bearbeiten] Weitere Informationen

Wilhelm Castendyck, Die Rotheisenstein-Lagerstätte der Grube Briloner Eisenberg bei Olsberg.   (Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft VII. Band 1855 Seite 253-260)

Karl Heege, Der Eisenberg und seine Bedeutung für den Ort Olsberg, Olsberg 1993

Anton Unkraut, Betheiligung der einzeln Gewerken an Hütten, Hämmern, Gruben, Brilon 1854

[Bearbeiten] Weblinks

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